Pfarrgemeinde Maria Himmelskron

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Artikel der Kategorie Oktober, 2008

Predigt vom 25./26. Oktober 2008

Oktober 28, 2008 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

In dieser Rubrik finden Sie immer wieder einmal Predigten, die sich an den jeweiligen Sonntagslesungen orientieren oder ein aktuelles Thema aufgreifen.

„Weltmissionssonntag“ - 30. Sonntag/Lesejahr A -Heusenstamm 2008

Liebe Mitchristen,

wir feiern den Sonntag der Weltmission – und wer könnte besser umschreiben worum es da geht als Paulus, von dem wir in der Lesung hörten. Er sagt: „Ihr alle wißt, wie wir bei euch aufgetreten sind um euch zu gewinnen und wie ihr euch von den Götzen zu dem lebendigen Gott bekehrt habt.“ Nicht umsonst gilt Paulus als der Prototyp des missionarischen Christen schlechthin.

Doch wenn wir ehrlich sind: das Wort „Mission“ bringt uns schon in arge Verlegenheit. Persönlich: wie schwer fällt es uns von unserem Glauben Zeugnis zu geben. Ob es die Worte sind, die fehlen, der Mut oder die Bereitschaft. Auf jeden Fall herrscht auf dem Feld der Glaubensweitergabe eine echte Sprachlosigkeit: untereinander und erst recht im Gespräch mit Fremden oder Fernstehenden. Diese Verlegenheit setzt sich in der Theologie fort. Dort ist dieses Wort zunehmend zu einem Unwort geworden. Das sich verbindet mit einem arroganten Wahrheitsanspruch und vielen negativen, geschichtlichen Beispielen: Mission geschah allzuoft im Schlepptau der Unterdrückung. Und so sagen viele Theologen, Mission würde heute darin bestehen, die menschliche Entwicklung voranzutreiben und ansonsten sollte es genügen die Moslems zu besseren Moslems und die Hindus zu besseren Hindus zu machen und so fort. An all dem ist ein großes Korn – um nicht zu sagen – eine ganzer Brocken Wahrheit. Das Zweite Vatikanische Konzil hat hier den Anfang gemacht. In der Erklärung „Nostra aetate“ äußert es sich zu den nichtchristlichen Religionen. Und in einer Weise, die in der Kirchengeschichte einmalig war: Während vorher alle fremden Religionen sozusagen „Teufelzeug“ waren, anerkennt das Konzil nun eine gemeinsame Wurzel: Alle Religionen versuchen auf ihre Weise Antworten zu geben auf die Grundfragen des Menschen und verweisen so auf jene transzendente Macht, die größer ist als er selbst. Und dann folgt der beachtliche Satz: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet.“ Das heißt aber: vor aller Mission gilt es die Religionen – und vor allem die Menschen, die dahinterstehen - besser kennenzulernen. Das Mittel dazu ist der Austausch, der Dialog. Der Dialog des Lebens: und der kann schon im Kindergarten oder im Toom- Markt beginnen: ich interessiere mich für Menschen, die mir zunächst fremd sind. Wie leben sie, was bewegt sie, worüber freuen sie sich? Der Dialog des Engagements: wo gibt es Verbindendes, für das wir uns zusammen einsetzen, engagieren können? Der Dialog der Spiritualität: was und wie beten Menschen anderer Religionen? Wie prägt das ihr Leben? Wie ist das bei uns? Der Dialog der Theologen: Was verbindet Religionen? Was unterscheidet sie? Das sind vier Arten, wie ein Austausch, ein Gespräch, ein Dialog möglich sind. Und wenn Paulus schreibt: „Ihr wißt, wie wir unter euch aufgetreten sind, um euch zu gewinnen……“, dann läßt das erahnen, wie ein Dialog sein müßte: gewinnend, offen und lernbereit auf beiden Seiten. Das setzt aber voraus, den anderen erst einmal als anderen sein lassen. Ich denke, daß das das aller, allerschwerste ist.

Nur eine Nebenbemerkung: Nach Umfragen finden ja viele Deutsche den Buddhismus ganz toll. Er sei so friedlich, der Dalai Lama so fröhlich und die Meditation so erhellend. So sieht man allerorten Buddha-. Bilder und Statuen. Wiewohl sie im Trainingszentrum des FC Bayern inzwischen verschwunden sind. Aber ich wage die Prognose, daß 95% derjenigen, die den Buddhismus so toll finden, noch nie in einen echten Dialog mit dieser Religion getreten sind. Weder, daß sie im Gespräch mit Buddhisten waren, noch es theoretisch durchdacht haben. Etwa die höchst pessimistische Sicht, die Buddhisten von der Welt und dem Menschen haben. Das aber wäre eine eigene Predigt wert.

Noch einmal zurück zum Konzil. Und zu seiner Einladung zum Dialog. Aber auch zu seiner Einladung, dabei das Eigene des Glaubens, dabei Christus nicht zu verschweigen. So heißt es im Konzilstext: „Unablässig aber verkündet die Kirche und muß sie verkündigen Christus, der ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ und in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden.“ Das aber heißt: Christen haben den anderen etwas weiter zu geben und davon dürfen sie nicht schweigen und das ist nichts anderes als Jesus Christus selbst, in dem nach unserer Überzeugung Gott zu den Menschen gesprochen hat. Und was Gott durch Jesus gesprochen hat ist im heutigen Evangelium in aller Kürze und Prägnanz gesagt: Du sollst Gott lieben mit allen deinen Kräften und deinen Nächsten, wie dich selbst. Und wenn wir nur dies als Jesus- Wort hätten, es würde genügen: denn daran hängt das ganze Gesetz und die Propheten, daran hängt alles.

Ich bin überzeugt, daß das eine gute Botschaft für alle Menschen ist. Und daß wir damit hinausgesandt sind zu allen Menschen. Das aber ist Mission. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. AMEN

Israel 2008

Oktober 03, 2008 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Erlebnisreiche Tage liegen hinter einer Pilgergruppe der Pfarrgemeinde. Mit Pfarrer Martin Weber besuchte sie Hl. Stätten und Sehenswürdigkeiten in Israel und Jordanien. Hier sehen Sie die Gruppe vor der Grabeskirche in Jerusalem.