Pfarrgemeinde Maria Himmelskron

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Artikel der Kategorie Januar, 2009

Kercheblättche 5

Januar 26, 2009 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Stille-Nachmittage im Karmel in Hainstadt

Januar 15, 2009 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

“Stille ist das Hören auf die Fülle des Lebens.” (Saint-Exupery)

Stille tut gut. Gerade in unserer Zeit wächst die Sehnsucht, einmal still zu werden und bei sich selbst anzukommen. Möchten Sie das einmal erleben? Im Karmel in Hainstadt bekommen Sie die Möglichkeit dazu geboten.

Hier können Sie das neue Programm mit den Terminen downloaden:
Stille-Nachmittage-2009

Kercheblättche 4

Januar 13, 2009 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Predigt im Neujahrsgottesdienst

Januar 08, 2009 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

In dieser Rubrik finden Sie immer wieder einmal Predigten, die sich an den jeweiligen Sonntagslesungen orientieren oder ein aktuelles Thema aufgreifen.

Neujahr 2009
„Bodenhaftung“, „Solidarität“, „Zuversicht aus dem Glauben“

Liebe Mitchristen,
drei Dinge darf man sich in Märchen zuweilen wünschen – und stets ist eine gute Fee zur Hand, die sie auch erfüllt. Das letztere kann ich leider nicht garantieren, aber drei Wünsche zum Jahresanfang: warum nicht?

Mein erster Wunsch: mehr Bodenhaftung für uns alle! Sie wundern sich? Lassen Sie mich kurz erklären. Wir sind in eine Krise hineingestolpert, die damit zu tun hat, daß viele Leute die Bodenhaftung verloren haben. Gier, Neid, das Schielen auf Boni – Zahlungen, zweistellige Renditen sind dafür nur Stichworte. Dabei wurde mit dem Geld hantiert, als würde man Monopoly spielen und hätte keinerlei Verantwortung gegenüber denen, die einem das Geld doch treuhänderisch anvertraut haben. Darüber ist in den letzten Wochen viel gesprochen worden und ich will das auch gar nicht wiederholen. Bodenhaftung wünsche ich mir auch nicht bloß für Banker, sondern für uns alle. Weniger große Worte, dafür mehr konkretes Tun. Selbstkritik und die Bereitschaft auch einmal Kritik annehmen zu können. Mehr Sein als Schein sind Stichworte hierfür. Die Gesellschaft – wir alle! – müssen wieder die achten, die eine ehrliche Arbeit tun, die sich in einem Verein engagieren, die Kinder großziehen, die alte Menschen pflegen: statt immer nur die Trickser, Blender, Schmeichler, Superstars und Selbstdarsteller aufs Podest zu haben. Bodenhaftung bedeutet vielleicht gar nicht viel mehr, als wieder etwas normaler zu werden, die Relation nicht verlieren. Doch dafür braucht es Werte, dafür braucht es Religion: denn nur wenn ich Maßstäbe habe, werde ich nicht maßlos.

Mein zweiter Wunsch: Solidarität. Wenn es sich bewahrheiten sollte, daß dieses Jahr ein schweres wird, dann wird auch Solidarität schwerer. Ich verstehe darunter den Zusammenhalt der Gesellschaft und auch die Bereitschaft, sich für gemeinsame Ziele einzusetzen. Wie wird das sein, wenn das Geld knapper wird und Arbeitsplätze wegfallen. Wie wird es da um die Solidarität bestellt sein? Ist sich dann wieder jeder selbst der Nächste und der Mensch doch wieder des Menschen Wolf? Solidarität hat mit nüchterner Einsicht, aber auch mit Empathie zu tun. Nüchtern ist die Einsicht, daß nur die Gesellschaft stabil sein kann, in der jeder zumindest die Möglichkeit hat, menschenwürdig zu leben. Dazu gehört zum Beispiel, daß man von seiner Hände Arbeit leben und eine Familie ernähren kann. Das Ganze hat denn auch viel mit Gerechtigkeit zu tun. Aber auch die Empathie spielt eine Rolle: die bedeutet ja nichts anderes, als sich in die Rolle eines anderen hineinversetzen zu können. Die Bereitschaft dazu ist vielleicht sogar Grundlage jeder Solidarität. Nicht umsonst war es früher eine der Hauptaufgaben der Religion, besonders die Reichen und Mächtigen daran zu erinnern, daß ihnen vielleicht gerade in den Armen und Bedürftigen Christus, Gott selber begegnen kann. Man sollte das auch heute nie vergessen – zumindest dann, wenn einem das Evangelium nicht egal ist. Politisch bedeutet das für mein Empfinden darüber hinaus, die globale Wirtschaftsordnung zu zähmen. Unsere gute alte soziale Marktwirtschaft, die zu großen Stücken aus der christlichen Soziallehre entwickelt ist, hat unter diesen Vorzeichen hoffentlich eine gute Zukunft. Und damit auch die Solidarität.

Mein letzter Wunsch für dieses neue Jahr ist gläubige Zuversicht. Wir gehen in dieses neue Jahr hinein mit unserem Gott, der uns in dem Kind von Bethlehem so menschlich nahe gekommen ist. Wie die Hirten des Evangeliums ist uns verheißen, daß wir Gott finden dürfen. Wie sie sollen wir aus dieser Begegnung heraus unseren Gott rühmen und preisen: jetzt in der heiligen Messe, aber auch durch unser ganzes Leben. Und so möchte ich diesen Wunsch um gläubige Zuversicht in die Worte kleiden, die Dietrich Bonhoeffer geprägt hat und die mir – gerade am Ende und am Beginn eines Jahres – sehr wertvoll sind:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen/ erwarten wir getrost, was kommen mag./ Gott ist mit uns am Abend und am Morgen/ und ganz gewiß an jedem neuen Tag.“

Ihnen allen ein gesegnetes Jahr 2009! AMEN