Pfarrgemeinde Maria Himmelskron

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Artikel der Kategorie April, 2009

Kercheblättche 12

April 30, 2009 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Herzlichen Dank …

April 14, 2009 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

20 Jahre Küster

Ostern 2009

April 13, 2009 Von: Pfarrer Kategorie: Archiv Comments Off

Ostern 2009

„Und morgen scheint die Sonne“

 

Liebe Mitchristen,

manches im Leben verschlägt einem regelrecht die Sprache. Das können Momente sein, in denen ich mein Glück kaum fassen kann – oder, wohl öfters: Momente, in denen ich mich ohnmächtig und hilflos fühle. Da verschlägt es einem dann die Sprache. Nicht umsonst feiern wir deshalb Ostern und reden nicht zuerst darüber. Denn auch Ostern verschlägt einem die Sprache. Die ersten Zeugen der Auferstehung konnten gar nicht fassen, was da geschehen ist. Was? Der Gekreuzigte lebt? Das übersteigt ihren Horizont und vor allem ihre Erwartung um ein Vielfaches. Nur zögernd und stammelnd nähern sie sich dem an, was geschehen ist. Ein Bote Gottes, ein Engel, so sagt es das Evangelium, ist ihr Stichwortgeber: „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden. Nun aber geht und sagt es seinen Jüngern. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“ Nun liegt es an den Frauen, die als erste am leeren Grab waren, die Botschaft von der Auferstehung weiter zu sagen. So sehr es einem die Sprache verschlagen könnte, das kann und darf niemand für sich behalten: Jesus hat den Tod besiegt, Gott hat ihn auferweckt und bestätigt. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Wenn das keine „gute Nachricht“ ist!? Eine gute Nachricht aber nicht nur für damals oder für diese festliche und frohe Stunde in der Kirche. Eine gute Nachricht für unser ganz alltägliches Leben. Nicht umsonst sagt der Engel, daß der Auferstandene den Jüngern in Galiläa begegnen will. Galiläa, das ist ihre Heimat, das ist ihr Alltag. Genau dort will ihnen der Herr nahe sein. Und so will der Auferstandene auch uns in unserem alltäglichen Leben nahe sein: zwischen Laptop, Kochtopf und Steuererklärung. Jesus ist kein Mann für „besondere Stunden“, sondern einer, der unserem ganzen Leben eine Richtung und eine Hoffnung geben kann. Mit Ihm kann man gut leben und gut sterben.

Aber so wahr all das ist, so überzeugt ich von alldem bin: in manchen Situationen, fällt es dennoch schwer das zu bezeugen und daraus Trost zu schöpfen. Was sage ich jemanden, der in einer tiefen Depression ist? Was antworte ich einen Menschen, der todkrank ist? Was rate ich werdenden Eltern, die ein behindertes Kind erwarten? Da verschlägt es einem halt doch immer wieder die Sprache! Und da ringen wir – auch vom Glauben her- um die richtigen Worte.

Vor einigen Jahren gab es einen starken Film über „Die letzten Tage der Sophie Scholl“. Sophie Scholl und zwei Mitstreiter gehörten der „Weißen Rose“, einer Widerstandsbewegung gegen die Nazis an. Nach ihrer Festnahme wurden sie 1944 zum Tode verurteilt. Der Film nach historischen Dokumenten zeigt die drei kurz vor der Hinrichtung durch das Fallbeil. Ein Wärter hat ihnen eine Zusammenkunft im Hof ermöglicht. Sie teilen sich eine Zigarette und umarmen sich ein letztes Mal. Keiner der dreien sagt ein Wort- jedes Wort wäre falsch und überflüssig im Angesicht des Todes. Sophie Scholl wird als erste zur Hinrichtung gebracht. Als sie abgeführt wird, wendet sie sich den beiden Freunden ein letztes Mal zu und sagt zum Abschied: „Und morgen scheint die Sonne!“

„Und morgen scheint die Sonne!“ – mich hat dieser Satz damals sehr angerührt. Wieviel Hoffnung und Kraft ist darin, wieviel Glaube! Die Angst, die vorher so stark war, die Wut und Verzweiflung sind überwunden.

„Und morgen scheint die Sonne!“ – für mich steckt in diesem Satz die Osterhoffnung, Auferstehung und neues Leben. Gott wird uns herausführen aus unseren Nächten in das Licht seiner Verheißung. So wie am Beginn dieser Feier die dunkle Kirche von dem Licht der Kerzen erleuchtet wurde.

„Und morgen scheint die Sonne!“ – Wenn wir Menschen begegnen, die uns das vermitteln: durch Worte, oft mehr aber durch Taten, Gesten, ihre Treue: dann sind das Zeugen der Auferstehung. Und wenn wir das für andere tun, dann sind auch wir österliche Menschen. Denn Ostern wird nicht erst nach unserem Tod Wirklichkeit, sondern beginnt schon hier und heute, in unserem „Galiläa“, in unserem Alltag! Hier sollen wir schon etwas verspüren von dem Leben, das Gott schenkt.

„Und morgen scheint die Sonne!“  - Liebe Mitchristen, ich wünsche Ihnen und mir, daß wir uns diesen Satz im Vertrauen auf den auferstandenen Jesus immer wieder zusagen dürfen. Auch und gerade dann, wenn es dunkel in und um uns ist. Auch und gerade dann, wenn es uns die Sprache verschlagen hat. Da brauchen wir sie am meisten, diese gute Botschaft. Daß Christus auferstanden ist, daß er wahrhaft auferstanden ist. Halleluja!

Karfreitagspredigt 2009

April 11, 2009 Von: Pfarrer Kategorie: Archiv Comments Off

Karfreitag 2009

Das Schweigen vor dem Kreuz

 

Die Liturgie des Leidens und Sterbens Jesu beginnt still. Still bin ich mit den Meßdienern in die Kirche eingezogen und wir alle haben uns dann niedergekniet zum Gebet. Still wurde es eben wieder, als in der Passionserzählung des Johannes vom Tod Jesu berichtet wird. Still werden wir nachher das Kreuz verehren und dann auch diese Feier in aller Stille beenden. Das ist – ich weiß es - nicht jedermanns Sache. Lieber singen wir frohe Lieder und stimmen ein in den Osterjubel. Aber der ist ohne den Karfreitag nicht zu haben. Vor der Auferstehung steht Jesu Tod, vor dem Jubel das Schweigen. Und das ist auch ganz natürlich:  denn zunächst einmal macht der Tod sprachlos. Jesu Tod – und der erinnert uns unausweichlich auch an unseren eigenen Tod. Jeder von uns wird einmal seinen ganz persönlichen Karfreitag haben- und niemand kann sagen, wie der aussehen wird. Auch der Pfarrer von Neu Isenburg hätte es nicht voraussagen können, der in dieser Karwoche von einem Auto auf dem Zebrastreifen angefahren worden ist und so aus diesem Leben gerissen wurde.

Der Tod macht sprachlos. Da können wir nicht einfach weiterplappern. Da ist etwas anderes dran. Und das können wir auch nicht einfach durch Auferstehungsjubel übertönen. Das kommt auch dran – aber erst einmal hat alles seine Zeit.

Aber nicht nur das: auch Gott macht sprachlos. Deshalb gibt es in allen Religionen das Schweigen: in Gottesdienst, in der Liturgie, im Gebet. Das Schweigen vor der Unbegreiflichkeit Gottes. Es ist für uns Christen, für uns Katholiken kein gutes Zeichen, daß das in den letzten Jahren immer mehr vergessen wurde. Heilige Messen, die keinen Platz mehr lassen für die die Stille und das Schweigen. Oder die Art und Weise, wie man sich zuweilen in unseren Kirchen benimmt. Dauergeschwätz statt der Ehrfurcht davor, daß das doch ein heiliger Raum ist, ein Raum der Gegenwart Gottes.

Das Schweigen des Karfreitags hat aber noch einen tieferen Grund. Es ist doch Gottes Sohn selber, der hier – am Kreuz -  leidet und stirbt! Das Leiden und Sterben ist also in das Innere Gottes selbst hineingenommen!! Das Kreuz ist ja mehr als ein Betriebsunfall. In Wahrheit hat schon der irdische Jesus sein ganzes Leben als Hingabe, als Opfer verstanden. Der Tod ist seine letzte Konsequenz und durch diesen Tod eröffnet er uns das Leben. Aber, so könnte man fragen, warum mußte das der Preis sein. Und: wenn Gott doch die Liebe ist, warum braucht er das Opfer des Sohnes. Ist das nicht ein blutrünstiger Gott? Diese Zerrbilder von Gott gibt es. Doch darum geht es gar nicht. Natürlich „braucht“ Gott kein Opfer. Vielmehr geht es darum, daß in Jesus – dem Sohn Gottes – jemand da ist, der in totaler Hingabe zu seinem Vater lebt. So sehr, daß er sogar annimmt, daß sich all das Widergöttliche an ihm austobt. Wir haben die Passion ja gehört – und die, die Jesus verurteilen und quälen, das sind nicht bloß die „anderen“, das sind „wir“! Und Er bleibt dennoch treu, er verrät die Liebe nicht, er eröffnet einen Raum der Gnade in einer gnadenlosen Welt. Und der Vater nimmt die freie Hingabe des Sohnes an und rechnet sie uns Menschen zu. So ist das Sühneleiden Jesu eine Befreiung, die wir uns selber nicht verschaffen können. Und so wird die Aussage „Gott ist die Liebe“ kein Allerweltswort und belangloses Geschwätz, weil ich seit Golgota immer im Blick habe, wie weit die Liebe Gottes geht und wie hoch ihr Preis ist.

Laßt uns in diesem Sinn einen Moment der Stille bedenken und es nachher hineinnehmen in unsere ganz persönliche Kreuzverehrung.

Kercheblättche 10 + 11

April 03, 2009 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off