Pfarrgemeinde Maria Himmelskron

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Artikel der Kategorie April, 2010

Kercheblättche 12

April 29, 2010 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Kercheblättche 11

April 20, 2010 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Ostern - 04.04.2010

April 08, 2010 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Ostern: „Das Fest“, „Heute“, „Dafür sind wir Zeugen“

Liebe Schwestern und Brüder,

wir feiern Ostern, das „Fest der Feste“, den Mittel- und Höhepunkt des Kirchenjahres. Die empirische Wirklichkeit aber sieht anders aus. Das gelebte Christentum – so meinte vor kurzem der Theologe Matthias Morgenroth – sei vor allem ein „Weihnachts – Christentum“. Weihnachten, so meinte er, sei die poetisch- spielerische Festreligion, die ganz vom Diesseits her gesehen werden könne. Mit anderen Worten: da ist von solchen Zumutungen wie der Auferstehung oder gar dem Glauben an einen Himmel nicht die Rede. In der Tat: damit tun sich viele schwer: an eine Auferstehung zu glauben, damals die von Jesus oder gar an das eigene Weiterleben nach dem Tod. Entsprechende Umfrageergebnisse könnte man leicht heranziehen. Aber hilft uns das weiter? Das war vor 2000 Jahren ja nicht viel anders. Die Jünger waren keine Traumtänzer. An so etwas wie Auferstehung konnten auch sie nicht glauben. Wenn es denn nicht passiert wäre! Der Engel, ein Bote Gottes weist auf die Möglichkeiten Gottes hin: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Der Tod kann Den nicht festhalten, in dem das Leben Gottes selber ist: Er ist stärker als der Tod. Das ist eine so starke und umstürzende Erfahrung, daß Paulus später schreibt: „Wäre Christus nicht auferstanden, dann wäre euer Glaube sinnlos. Ihr wärt noch in euren Sünden und die Entschlafenen verloren. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden….“

Es geht also nicht bloß um die Auferstehung Jesu, es geht um unsere eigene Auferstehung. Beides ist nicht zu trennen. Wenn Christus wirklich lebt, dann sind alle, die zu ihm gehören, in dieses Leben mit hinein genommen. Denn Ostern ist das Fest des ganzen Leibes Christi, des Hauptes und der vielen Glieder. Das ist so wie bei einer Seilschaft - also einer Gruppe von Bergsteigern, die im gleichen Seil hängen – wo der Führer den Gipfel als erster erreicht hat und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die anderen nachkommen. So ähnlich ist es mit Ostern: Christus ist vorangegangen und wir werden ihn zum Ziel folgen. Zur Seilschaft gehören wir aber durch unsere Taufe. Deshalb hat die Taufwasserweihe und die Tauferneuerung in der dieser Zeit eine so große Bedeutung. Wer getauft wird, - so sagt es Paulus - ist mit Christus gestorben und auferstanden. Allerdings muß sich das in einem Leben zeigen, das von Gottes – und Nächstenliebe geprägt. Das ist die Neuheit des Evangeliums, daß Christus uns zur Liebe befreit hat. Wo wir dies vergessen, verraten wir Ihn und sein Evangelium. So geschieht Auferstehung nach unserem Tod, schon hier und heute in unserer Taufe, aber auch überall dort, wo wir ehrlichen Herzens lieben, vergeben, helfen, teilen und Gutes tun.

Ein letzter Gedanke: Ostern lebt von den Zeugen. Das Evangelium berichtet von den Frauen, die zum Grab kommen – als erste wird Maria Magdalena genannt - und von Johannes und Petrus. Sie geben weiter, was sie erfahren haben und wie ihnen aufgegangen ist, daß Jesus lebt. Dabei ist ihr Zeugnis individuell. Da ist Maria Magdalena, eine Frau, die ganz früh zum Grab geht, weil die Liebe sie treibt. Da ist Johannes, der Lieblingsjünger seines Herrn, der beim Letzten Abendmahl ganz nah bei seinem Herrn war und bis unter dem Kreuz treu geblieben ist Und da ist Petrus, der Fels und ach so schwache Apostel, der seinen Meister dreimal verleugnet hat und am meisten Zeit braucht, bis er versteht. Aber alle sind sie Zeugen, die die frohe Botschaft weiter sagen. Von solchen Zeugen lebt die Kirche. Menschen, die uns darauf hinweisen: Jesus lebt und in der Gemeinschaft mit Ihm werdet auch ihr leben. Solche Zeugen sind heute notwendiger denn je. Denn die Gemeinschaft der Glaubenden ist in einer Krise. Es gab und gibt das schreckliche Verbrechen des Mißbrauchs in unseren Reihen. Wenige waren es zwar, aber gerade in der Kirche ist es doppelt verwerflich. Dazu kam ein Verdrängen und Vertuschen solcher Fälle und auch damit haben Kirchenvertreter Schuld auf sich geladen. Wiewohl man auch sagen muß: die Zahlen im kirchlichen Bereich sind verschwindend gering im Vergleich zu den wirklichen Dimensionen des Mißbrauchs in unserer Gesellschaft. Dazu kommt, daß manche Medien das Ganze zu einer Generalabrechnung mit der Kirche nutzen und dabei den Begriff des Mißbrauchs so ausweiten, daß er seine Konturen verliert. – Auf jeden Fall ist die Glaubwürdigkeit der Kirche arg ramponiert. In einer solchen Situation brauchen wir Zeugen, die die frohe Botschaft weiter sagen, so wie es Maria Magdalena und auch Petrus getan haben. Zeugen sind Menschen, die zeigen, daß Jesus bei ihnen eine besondere Rolle hat und die erfahren haben, daß Gott auf den manchmal krummen Zeilen ihres Lebens dennoch gerade schreibt. So lade ich Sie alle ein – und schließe mich darin ein: Laßt uns Zeugen sein für Jesus Christus, der am heutigen Tag den Tod überwunden hat.
AMEN

Karfreitag - 02.02.2010

April 04, 2010 Von: Sekretariat Kategorie: Archiv Comments Off

Kreuzverehrung - wider die Gewöhnung

Liebe Schwestern und Brüder,
wir Menschen gewöhnen uns an vieles - sogar an das Kreuz haben wir uns gewöhnt. Als Schmuck, in den Wohnungen, als Feldkreuze - eben als selbstverständliches Symbol der Christen. Erst wenn muslimische Gelehrte sagen, dass das Kreuz für sie unerträglich ist oder ungläubige Eltern dagegen klagen, dass man so etwas Schreckliches wie das Kreuz ihren Kindern doch nicht zumuten kann, da halten wir inne und merken: so selbstverständlich ist das Kreuz gar nicht. Im Übrigen auch für die Christen selber nicht. In den ersten Jahrhunderten sah man das Kreuz als Schande und verdrängte es so gut es eben ging. Erst nach der Konstantinischen Wende und dann mit dem Konzil von Ephesus im Jahre 431 wurde das Kreuz offiziell das Zeichen der Christen.
Es hat eben Zeit gebraucht, um annähernd zu verstehen, was das Kreuz bedeutet. Zu akzeptieren, dass gerade das Kreuz der Ort ist, wo anschaubar wird, wie Gott ist. Einen ersten Zugang dazu bietet der berühmte Hymnus des Philipperbriefs: Er - Christus - entäußerte sich und wurde wie ein Sklave. Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod. Genau das geschieht am Kreuz: es ist der Ort, wo sich Christi Liebe für uns am deutlichsten zeigt. Sein ganzes Leben war Hingabe - und am Kreuz gibt er dieses Leben hin.
Aber das Kreuz lässt uns nicht nur auf den Tod schauen. Kreuz, das heißt zugleich auch: Verrat und Verleugnung, Hohn und Spott, Qualen des Leibes und der Seele und schließlich auch die Erfahrung der Gottesferne! So verdichtet sich im Kreuz alle Bosheit und Schuld der Welt. Jesus - der Schuldlose - trägt es ans Kreuz und zeigt unüberbietbar die ganze Macht des Bösen. Wenn wir Menschen auf das Kreuz blicken, so erkennen wir daran auch unseren Hass und Neid, unsere Aggression und Rücksichtslosigkeit. All die Sünden gegen Wehrlose und Abhängige, auch all das was Missbrauch heißt und bedeutet.
Das Kreuz ist aber nicht nur ein Zeichen für Bosheit und Schuld, sondern auch für die Vergeblichkeit und Ohnmacht des menschlichen Lebens. So sehr wir uns bemühen, das Leben immer angenehmer zu gestalten: es bleiben Leiden, Verzweiflung, nicht gelebte Träume, Angst, Vergeblichkeiten, Schuld, Versagen und schließlich der Tod. Das menschliche Leben wird immer fragmentarisch sein. Auch dafür steht das Kreuz. Es scheint uns also hinzuführen zum Nullpunkt, es scheint Ausdruck all dessen zu sein, was wir fürchten.
Nullpunkt Kreuz! Und genau hier setzt Gott einen neuen Anfang. Indem er selbst in seinem Sohn Jesus freiwillig alles Negative trägt, wandelt er es zugleich und nimmt aller Schuld und selbst dem Tod die Macht. In der Johannespassion - die wir gehört haben - ist das Kreuz nicht nur das Zeichen des Todes, sondern des Sieges und der Verherrlichung. Das Holz des Kreuzes wird zum Baum des Lebens. Natürlich: Johannes sieht das Kreuz schon im Lichte der Auferstehung. Erst in ihrer Einheit können wir beides recht verstehen.
Nur so macht die Kreuzverehrung, das zentrale Element der Karfreitagsliturgie, Sinn. Wir verehren nicht das Zeichen des Todes, sondern des Lebens. Und sagen dem gekreuzigten Herrn: In deinem Kreuz beschlossen liegt meine Hoffnung und Zuversicht, in deinen Wunden ist auch mein Leben geborgen.

Liebe Schwestern und Brüder,
sich nicht einfach an das Kreuz gewöhnen, sondern neu und immer wieder erstaunt hinblicken auf Den, der sich für uns dahingegeben hat. Dass uns dies gelingt, dabei hilft die Liturgie durch den Ritus der Enthüllung des Kreuzes. So wollen wir das Kreuz unseres Herrn und Ihn selber ehren. Nachher bei der Kreuzverehrung und durch unser ganzes Leben.
AMEN

(Manche Inspirationen dieser Predigt sind entnommen aus: Gisbert Greshake: Und das ist heute)