Bau der Kirche
Im Juni 1955 begann die Firma Vetter aus Hausen, ein zu dieser Zeit namhaftes Unternehmen der Baubranche in unserer Region, mit dem Bau der Kirche. Viele Katholiken aus Heusenstamm engagierten sich mit Eigenleistungen, um die Kosten niedrig zu halten. Hohlblocksteine, die dem Pfarrer gestiftet worden waren, und die zum Teil in der Nacht angeliefert worden sind, wurden von Mitgliedern der Pfarrgemeinden abgeladen. Der für den Bau erforderliche Kies wurde als Eigenleistung der Gemeinde kostenlos angefahren. Pfarrhaus und Sakristei wurden parallel zum Bau der Kirche in Eigenleistung erstellt. In einem Artikel der Offenbach-Post vom August 1955 heißt es, dass ein 64jähriger Maurer in seinem 14tägigen Urlaub 5000 Backsteine vermauert hat und ein 78jähriger innerhalb von 4 Wochen 400 Deckenplatten gegossen hat. Zwei von vielen Beispielen für das damalige Engagement der Heusenstammer Katholiken.
Für die Vorderfront der Kirche und später für die Umgrenzung des Geländes wurden Trachyt-Steine verwendet, ein Bruchstein aus dem Graf Schönborn’chen Steinbruch Hoherberg. Auch diese Steine wurden zum Großteil kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Dachziegel lieferte die damals in Heusenstamm junge Firma Braas. Herr Braas, der Gründer dieses Unternehmens, hat zu dieser Zeit ebenfalls eine großzügige Spende gemacht, in dem er nur die Hälfte der gelieferten Dachpfannen berechnete.
Die Grundsteinlegung vollzog am 15.08.1955 Generalvikar Kastell aus Mainz unter großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung aus Heusenstamm. Nach einem Zeitungsartikel der Offenbach-Post vom 16.08.1955 waren es über 2000 Menschen, die dem Ruf der Glocken der Kirche St. Cäcilia gefolgt waren.
Der Grundstein wurde bei herrlichem Wetter in einer feierlichen Prozession vom Kindergarten St. Cäcilia in der Patershäuserstraße auf einem Pferdefuhrwerk nach hier gebracht. Umrahmt wurde die fast dreistündige Feier von Musikbeiträgen des Orchestervereins, Gesangsbeiträgen des Schubertquartetts, des Quartetts der Turn- und Sportvereinigung, des Gesangvereins Concordia und des Männerchors, sowie des Kirchenchores St. Cäcilia.
In der in den Grundstein eingemauerten Urkunde sind neben den Namen der Verantwortlichen von Heusenstamm auch diejenigen aufgeführt, die den Neubau beeinflusst haben. Außerdem sind die Gründe festgehalten, die zum Neubau der Kirche führten. Die Urkunde schließt mit den Worten: „Das neue Gotteshaus soll eine Zierde für unsere Gemeinde werden, ein Haus der Gnade und des Segens zum Lob der Königin des Himmels und der Erde und des dreifaltigen Gottes. Im November 1955 war der Rohbau fertig.

Die Einweihung des Gotteshauses MARIA HIMMELSKRON erfolgte am Samstag, den 04.August, und Sonntag, den 05. August 1956, durch Bischof Albert Stohr nach den damals geltenden sehr umfangreichen Zeremonien. Zunächst wurde die Weihe der Kirche von Außen vorgenommen. Dann nahm der Bischof von der Kirche Besitz für Christus, begleitet von einem kleinen Kreis von Geistlichen, während die Gemeinde noch vor der dem Gotteshaus warten musste. Ein uralter Brauch ist es bei dieser Handlung, daß der Bischof mit seinem Hirtenstab das griechische und das lateinische Alphabet in die beiden Aschenstreifen, die auf den Kirchenboden aufgebracht worden waren, zeichnete. Am Sonntagmorgen wurden die Weihezeremonien fortgesetzt und in der vorgeschriebenen Weise der Innenraum, der Altar und die Altargeräte geweiht und gesalbt.
Damals stand die Kirche mitten im Feld. Kein ausgebauter Weg führte zu ihr hin. Der Volksmund nannte sie deshalb „Maria im Felde“. In seiner Predigt zur Einweihung sagte Bischof Stohr: „ wo eine Kirche errichtet wird, werden die Menschen ihre Häuser bauen“.
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Das gesamte Projekt kostete damals ca. DM 300.000,–. Diese Summe war abgedeckt durch monatliche Haussammlungen, die von 1955 bis 1969 durchgeführt worden sind und etwa DM 100.000,– erbrachten. Dazu kamen Erlöse aus Grundstücksverkäufen und Stiftungen einzelner Gemeindemitglieder, und ein Darlehen über DM 100.000,– von der Diözese Mainz, das in den folgenden Jahren zurückgezahlt werden musste.
Am 27.11.1957, also mehr als ein Jahr nach der Einweihung, schrieb Pfarrer Hofmeister an die Gemeindeverwaltung: „Im Auftrag der Kirchenstiftungsräte der beiden Katholischen Pfarreien möchte ich die Herren der Gemeindevertretung nochmals bitten, bei der Planung und Erstellung der Straßen, die Straßen zur neuen Kirche zu berücksichtigen.“ Bis zum Bau der Marien-, Goethe-, und Schubert-Straße führten nur Feldwege hierher zur Kirche.


